worteffekte.de 09.08.2016

 

(...)Mit SocietyBe aus Wanne-Eickel beendete eine erstklassige Funk- und Soul-Formation den Open-Air-Abend.

Die aufwändige Technik, die die Combo mitbrachte, erforderte einen umfangreichen Soundcheck, lieferte jedoch ein umwerfendes Klangerlebnis während des Gigs der Band um Frontfrau Susanna Mazik. Auch optisch machte manch ein Protagonist der Combo einiges her – so enterte Bassist Björn Prenzel zunächst im bodenlangen Fellmantel die Bühne, dessen er sich allerdings nach einigen Songs temperaturbedingt schnell wieder entledigt.

Musikalisch hatten die Gewinner des deutschen Rock- und Poppreises viele selbst komponierte Songperlen im Gepäck, zum Beispiel das groovende „A Night At The Disco“ oder die großartige Soul-Ballade „Standing On The Top Of The World“, bei der Gitarrist Tom Tejero mit einem zartschmelzenden E-Gitarren-Solo glänzte. Sehr gerne hätte man von der Band an diesem Abend noch mehr gehört – die beiden Alben, die die Musiker bisher veröffentlicht haben, sind ganz sicher eine Empfehlung wert. 

 

© Björn Othlinghaus


www.soultrainonline.de/Ausgabe076_CD_SocietyBe

 

SocietyBe - A New Adventure Of SocietyBe (Baumhaus Records/Membran) 

So Filmverrückt wie der Albumtitel und die Optik inklusive großem Faltposter den Inhalt des zweiten SocietyBe-Albums "A New Adventure Of SocietyBe"ankündigt, ist der Longplayer gar nicht: Funk und Soul sind die grundsoliden Eckpfeiler der Dutzend Titel, welche auch über den eigenen Tellerrand blicken und Elemente aus Pop, Jazz und immer wieder auch elektronischer Musik in ihren Sound einarbeiten.

 

Hauptakteure Björn Prenzel und Susanna Mazik, Soulgetränkte Stimme des selbstironischen Funk-Vehikels SocietyBe aus Wanne-Eickel im Ruhrgebiet (in direkter Nachbarschaft des SOUL TRAIN) scheuen sich auch nicht, rockige Gitarrenriffs oder verspielte Jazz-Breaks in den immer wieder humoristisch angelegten Sound des voluminös angelegten Albums einzuflechten, was dem Set einen echten Spannungsbogen verleiht, der völlig jenseits vom standardisierten Durchlauf von Soul und Funk oder gar Pop funktioniert und mit jedem Song an Sogwirkung gewinnt.

 

Sängerin Susanna Mazik und Bassist und Produzent Björn Prenzel aliasSocietyBe schrieben und komponierten ihre Songs auch gleich selbst, weswegen sich das Ergebnis authentisch, erdig und schlüssig anhört, ohne allzu sehr die Musik-Polizei herauszufordern: Leichtigkeit ist hier durchaus eine sinnige Methode, die eigene Funk-Verliebtheit an den geneigten, mitunter puristisch angelegten Fan zu bringen.

 

Besonders gelungen sind im Mix Songs wie das coole, dahingleitende Jazzfunk-Vehikel "Out Of Space", dass gut auch ein Light Of The World-Klassiker aus den Early Eighties-Britfunk-Zeiten (echte SOUL TRAIN-Jünger werden wissen, wovon die Rede ist) sein könnte während "Elevator" eben genau das macht - Elevator-Musik in bester Sixties-Manier - wunderbar.

 

Und wenn dann bei Songs wie "Downtown 2.0 (New York)" sogar echtes Blue Eyed Soul-Boogie-Feeling aufkommt ist die Welt des charmanten und unbeschwerten Ruhrpott-Funks á la SocietyBe in allerbester Ordnung.

 

© Oliver Gross


WAZ, 18.01.2015

Bebende Bassklänge, funky Sounds und kräftige Frauenstimmen schallen zu später Stunde aus dem Kolpinghaus in Wanne-Eickel. Während der Großteil der Bevölkerung Chips und Erfrischungen für die kommende Dschungelcamp-Sendung bereit legt, tanzen und feiern die circa 100 Leute zu den Klängen von SocietyBe.

Im Rahmen der Mond-Radio-Kulturwoche spielt die Truppe um Björn „Bonze“ Prentzel und Susanna Mazik in großer Besetzung ein Konzert. Die Musikfans im Saal begrüßen u.a. einen Keyboardspieler, eine zweite Sängerin und eine Saxophonistin, die im Laufe des Abends durch ein schmetterndes Solo zeigt, dass sie zur Not auch alleine das Publikum unterhalten kann.

SocietyBe treten nach einem Vorprogramm auf, ein Funk- und Soul-Duo, das bereits ein Album veröffentlicht hat. Nun steht „A New Adventure of SocietyBe“ in den Startlöchern und die Besucher im Kolpinghaus bekommen eine Kostprobe. „Von knallhartem Funk mit donnernden Blässer, über Retro-Soul und House bis Oldschool-Hip-Hop ist alles dabei. Wir sind da sehr organisiert dran gegangen, um einen bunten Mix zu zaubern“, sagt Prentzel.

Das Album ist in der Tat deutlich vielfältiger als das Vollblutfunk-Debütalbum. An diesem Abend im Kolpinghaus spielen SocietyBe circa 45 Minuten und packen in diesen Auftritt mehr hinein als manche Bands in zwei Stunden. Der Frontmann schäkert erst mal mit den Ladies, bevor die Show startet.

Bereits beim zweiten Song überrascht die Band mit einem Gang ins Publikum. Es sind viele überraschte Gesichter zu sehen, als plötzlich der Bass direkt vor der Nase gezupft wird. Ein donnernder Applaus schließt den Song ab. Zum großen Abschluss feuern die Sängerinnen noch zwei Konfettikanonen ins Publikum. SocietyBe beweisen wieder einmal, dass sie mit zu den Besten in Herne und Umkreis gehören – sowohl live, als auch auf Platte.

André Wielebski


Coolibri, 18.09.2012,  Autor: Inga Pöting

WAS SO HÄNGEN BLEIBT

Susanna Mazik und Björn Prenzel machen Funk und Soul mit Stimme und Bass. Die elf Songs ihres Debütalbums FOUR 2 THE FLOOR hat Prenzel größtenteils selbst eingespielt und produziert, komponiert ist aber alles in Teamarbeit. Die Lyrics sind sorglos bis kritisch, und fast immer geht’s ums Ruhrgebiet. Inga Pöting hat nachgefragt.

Beschreibe bitte euren Sound!

Prenzel: Die Mischung macht’s! Tanzbar, pumpende Rhythmen, dominante Basslinien. Generell ist die Instrumentalisierung eher „old school“ Funk und Soul, aber fett produziert. Viele Musiker sprechen von Kindermelodien, wenn dir eine Melodie gut gelungen ist. Schnell im Ohr, aber nicht langweilig. Davon haben wir einige. Ein bisschen Motown, etwas Disco, Mothership und was sonst so hängen bleibt, wenn man in den 80ern und 90ern aufwächst.

In welcher Besetzung spielt ihr live?

Zu kleineren Anlässen kommen wir zu zweit: Susi am Mikro und ich am Bass. Der Rest kommt dann vom Band. Aber am liebsten spielen wir mit unserer Live-Band – dann sind wir neun Hammer-Typen, die den Funk predigen. Wir sind alle gute Freunde, die Bock haben, Musik zu machen. Und das in höchster Qualität und schön flexibel!

Welche Rolle spielt eure Heimatstadt für die Musik?

Wanne-Eickel ist uns sehr wichtig! Ein Großteil der Erfahrungen, die wir in unsere Lieder einfließen lassen, haben wir hier gemacht. Wenn wir vom Cruisen durch Wanne-Eickel und Chillen am Kanal singen, weiß unser Publikum wohl eher, was gemeint ist, als wenn wir in Kalifornien am Strand liegen würden. Wir leben hier und sehen uns mit lokalen Problemen konfrontiert. Frei dem Motto: Erst mal vor der eigenen Haustür kehren.


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